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Vom Ladenhüter zum Kultmodell – Die Rolex Daytona “Paul Newman”

Rolex Daytona – Die Geschichte hinter der Serie.

Geprägt von einer durchwachsenen Erfolgsgeschichte, hat es diese Serie geschafft sogar Uhren-Enthusiasten den Atem zu rauben, als 2017 bei einer Auktion in der US-Amerikanischen Metropole New York die persönliche Luxusuhr von Paul Newman für den Rekordpreis von 17.752.500 $ versteigert wurde.

Doch die mittlerweile weltberühmte Rolex-Serie gehörte nicht immer zu den heiß begehrten Modellen des Schweizer Luxusuhren-Konzerns. Alles begann in den 1960er Jahren, in denen sich die Daytona Serie noch sehr schleppend verkaufte. Dies änderte sich jedoch schlagartig, als der US-Schauspieler Paul Leonard Newman sein Handgelenk mit eben einem solchen Modell schmückte. Nicht nur privat, sondern auch bei seinen Autorennen und diversen Rollen als Schauspieler war die Rolex Daytona sein stetiger Begleiter. Seine erfolgreiche Schauspielkarriere war durch 10 Oscar Nominierungen geprägt, die 1987 endlich mit einem Goldjungen für seine Hauptrolle in dem Film “Die Farbe des Geldes” belohnt wurde. Außerdem erhielt er zwei weitere für sein Lebenswerk und als Auszeichnung seines sozialen Engagements.

Uhrensammler begannen in den 1980er Jahren die 6239 Daytona als „Paul Newman“ zu bezeichnen, was zu einem enormen Anstieg der Popularität für das Rolex-Modell führte. Jedoch besaß der leidenschaftliche Uhrensammler nicht nur eine Version der Daytona. Auch die so genannte ”Big Red” mit der Referenz 6263 war Teil seiner Sammlung. Beide Modelle galten als sehr beliebt und sind auch heutzutage noch als stabile Wertanlage mit Gewinngarantie bekannt.



Rolex Daytona "Paul Newman"
Chronograph

Ronny Ahlswede
© Watchmaster ICP GmbH,
All rights reserved.

Rolex Daytona – Die Geschichte hinter der Serie

Bereits im Jahre 1963 gab es die ersten Cosmograph Daytona zu kaufen. Jedoch existierten bereits in den 1930er Jahren erste Rolex-Modelle mit Chronographenfunktion, die als Vorgänger auf den Markt kamen. Die Serie der so genannten Pre-Daytonas trugen lediglich die Aufschrift „Chronograph“ und galten als Ladenhüter. Der damalige Verkaufspreis von 200 $ stieg jedoch auf das Vielfache an, sodass man heutzutage teilweise Preise von bis zu 20.000 $ bezahlen muss, um eines dieser Modelle sein Eigen nennen zu dürfen. Die Ref 6239 wurde zwischen den Jahren 1963 und 1969 hergestellt und war in Edelstahl, 14- und 18-karätigem Gold erhältlich. Das ursprüngliche Edelstahl Modell aus der Ref 6239-Reihe bekam ein cremefarbenes Standard-Zifferblatt, das später durch ein silbernes oder schwarzes ersetzt wurde. Bei den goldenen Modellen war dies jedoch von Anfang an der Standard.

Die Beliebtheit der Chronograph Daytona 6239 war jedoch nicht immer gegeben. Die Rolex-Serie verkaufte sich zu Beginn schlecht und war wenig angesehen. Umso weniger attraktiv für die Kunden war die Version mit dem Exotic Dial, das sehr auffällig war und sich noch schlechter verkaufen ließ, was dazu führte, dass sie in einer sehr geringen Stückzahl produziert wurde.

Das persönliche Modell von Newman war ein Geschenk von seiner Frau Joanne Woodward und wurde wahrscheinlich in den Jahren 1968/69 in New York gekauft. Besonders die Chronographenfunktion der Daytona war dem leidenschaftlichen Rennfahrer von großem Nutzen. Auf der Rückseite seines persönlichen Modells befindet sich eine liebevolle Gravur mit der Inschrift “Drive Carefully Me”, die eine Aufforderung für ihn darstellt, vorsichtig zu fahren.

Im Jahre 1984 wurde die Armbanduhr an den damaligen Freund seiner Tochter James Cox verschenkt, nachdem Newman seine Uhr über Jahrzehnte getragen hat. Der Legende nach galt das Geschenk als Dank für die tatkräftige Hilfe bei dem Bau eines Baumhauses auf seinem Anwesen in Connecticut. Dies führte dazu, dass die Uhr bis zum Jahre 2017 von der Bildfläche verschwand, bis sie überraschend im Oktober im Auktionshaus Phillips versteigert wurde. Es entstanden schon lange vorher Spekulationen unter Uhren-Enthusiasten, dass der berühmte Zeitmesser immer noch im Familienbesitz der Newmans sei. Die Auktion brach mit dem finalen Preis von 17.752.500 $ sämtliche Rekorde und ist damit die teuerste Vintage Armbanduhr, die bisher verkauft wurde. Die ”Big Red” Ref. 6263, welche auch in Newmans Besitz war, gehört auch zu den Vintage Modellen der Serie. Der Schriftzug „Daytona“ wurde erst im Jahre 1965 auf dem Ziffernblatt über dem Stunden-Totalisator verwendet. Die maskuline Optik erhält die „Big Red“ durch eine schwarze Lünette, die anderen Daytona Referenzen waren jedoch mit einer Lünette aus Metall versehen. Das Zifferblatt war entweder in weiß gehalten mit schwarzen Totalisatoren oder in schwarz mit weißen Hilfszifferblättern. Alle Modelle haben jedoch den charakteristisch roten “Daytona”-Schriftzug. Seine persönliche „Big Red“ trug Newman jedoch über weitere Jahre hinweg an seinem Handgelenk. Diese Uhr ist nach wie vor in Familienbesitz und wird noch von Newmans Tochter Clea in Erinnerung an ihren verstorbenen Vater getragen.



Rolex Daytona 6263 "Paul Newman"
Uhrwerk

Ronny Ahlswede
© Watchmaster ICP GmbH,
All rights reserved.

Was jedoch macht eine Daytona zu einer “Paul Newman” Daytona?

Fest steht, dass die Modelle der Ref. 6239 in den letzten 20 Jahren eine enorme Preisentwicklung bei Auktionen erfahren. Wo man bereits im Jahre 1993 eines dieser Modelle für 9.257 $ bei einer Auktion erwerben konnte, wurden sie bereits 20 Jahre später für 75.000 $ gehandelt. Mit dem raschen Anstieg der Beliebtheit für dieses Modell stiegen auch die Zahlen der Replikate an. Um hundertprozentig sicherzugehen, dass man eine echte “Paul Newman” Daytona erwirbt, sollte man besonderes Augenmerk auf das Zifferblatt legen und solch ein Modell selbstverständlich nur von einem seriösen Händler kaufen. Als echte „Newman“ gilt nur die Daytona 6239 mit einem Exotic Zifferblatt, das hierbei das einzige Unterscheidungsmerkmal darstellt. Da die Auflage streng limitiert hergestellt wurde, gilt die Version mit Exotic Dials als noch exklusiver. Auch bei den Hilfszifferblätter liegen Unterschiede vor: So hat Newmans Modell eine 15, 30, 45, 60-Einteilung und ein weißes Zifferblatt mit schwarzen Totalisatoren. Die Standardvariante jedoch hat eine 20, 40, 60-Einteilung. Außerdem sind die Zahlen in einer Art Deco Schriftart sehr auffällig gehalten. Der bahnbrechende Rekordverkauf führte dazu, dass die “Paul Newman” Daytona wahrscheinlich die meist diskutierte Uhr im Jahr 2017 war. Besonders, da sie die Preiserwartung von ca. 1 Mio. Dollar bei weitem übertraf. Ein Großteil der Verkaufssumme wurde an die Nell Newman Foundation gespendet, die sich für ökologische, humanitäre und wissenschaftliche Projekte einsetzt.

Was zeichnet eine „Big Red“ aus?

Die klassische aber elegante Sportuhr ”Big Red” hat mittlerweile Kultstatus erlangt. Eine markante schwarze Tachymeter Lünette mit 200 Einheiten per Stunde schmückt die Modelle der Ref. 6263. Darüber hinaus unterscheidet sie sich mit einem kontrastierenden Zifferblatt von ihren Schwestern, was zu einer besseren Lesbarkeit führt. Der rote “Daytona” Schriftzug, der sich in Form einer Kurve über dem Hilfszifferblatt auf 6 Uhr befindet, ist ein weiteres charakteristische Merkmal, das eine echte „Big Red“ ausmacht. Zu guter Letzt gehört der Handaufzug dazu, da Rolex erst in den 1980ern die Daytona mit einem Selbstaufzugsmechanismus versehen hat.



Rolex Daytona 6263 "Paul Newman" mit Schraubkrone

Ronny Ahlswede
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