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ZEITGEFÜHL

Magazin für hochwertige
Mechanikuhren

Uhrenblog

8. November 2010

MunichTime 2010: Entdeckungen und Begegnungen

Für mich ist die MunichTime stets ein "Heimspiel", da praktisch vor der Haustür gelegen. Zum dritten Mal insgesamt und zum zweiten Mal im Hotel Bayerischer Hof, der — was prestigeträchtige Luxusveranstaltungen betrifft — ersten Adresse in München, war auch diese Ausstellung wieder hervorragend besucht. Es ist schön, zu sehen, wie sehr die Uhrenwelt durch frische Impulse junger Marken und Hersteller belebt wird. Offenbar haben weiterhin, trotz aller Zusammenschlüsse in Holdings und Konzernen, auch unabhängige, kleine Anbieter eine reelle Chance und können durchaus neue Akzente setzen. Marken wie Duesenberg, B. Junge & Söhne und Genesis bringen ganz eigene, jeweils ungewohnte Ansätze ein, wie sie oft innerhalb der etablierten Hierarchien nicht mehr möglich wären.

Zur Einstimmung folgt ein kurzer Anriß zu denjenigen Anbietern, die ich als Entdeckung empfunden habe und bei denen sich auch gute Gespräche und Aufschlüsse ergeben haben.



Duesenberg Rectangular ST-RG Beige-Mint
Automatikwerk Basis ETA 2824-2,
Duesenberg Bandansatz-Schnellwechselsystem

Alle Bildrechte bei Duesenberg Watch



Damasko DC66 Si black
Automatischer Chronograph mit Kaliber Valjoux 7750,
antimagnetisch, wasserdicht bis 10 atm,
unverlierbare Drehlünette,
wasserfestes, glattes Shrunklederarmband in Schwarz,
Innenseite mit Kautschuk, Doppelnaht in Schwarz-Rot

Alle Bildrechte bei Damasko

Ich plane, zur Mehrzahl dieser Namen ausführlichere Berichte im ZEITGEFÜHL zu schreiben. Erwähnen möchte ich noch meinen guten Eindruck von A. Lange & Söhne, Panerai, Roger Dubuis und Oris. Die Abwesenheit der Swatch Group, die nach dem Ableben ihres Präsidenten Nicolas G. Hayek anscheinend momentan in einem Umbruch steckt, fand ich nicht weiter tragisch. Denn wer bereit war, sich von altgewohnten Kategorien und vorgefertigten Erwartungen freizumachen, konnte sicherlich genug andere Eindrücke sammeln und die wertvolle Gelegenheit nutzen, um interessante Uhrengespräche zu führen.


Was ich hier unbedingt noch erwähnen möchte, ist das lobenswerte Engagement der Familie Kreuzberger bei der Konzeption und Veranstaltung der MunichTime. Als vor drei Jahren die erste MunichTime stattfand, damals noch auf der Praterinsel, stand ich als "Einheimischer", dem Basel meistens zu weit gewesen war und der sich auf der Inhorgenta nicht so wohl gefühlt hatte, natürlich gleich am ersten Tag pünktlich zur Öffnung vor der Eingangstür. Ich kann mich noch erinnern, wie Frau Kreuzberger, die selbst bei der Garderobe mithalf, meinen Mantel und meine Tasche entgegennahm und verstaute. Nachdem ich mich ein paar Stunden auf der Ausstellung aufgehalten und erste Eindrücke gesammelt hatte, war ich zu ihr hingegangen und hatte sofort ganz eindringlich gesagt: "Sie müssen das im nächsten Jahr auch wieder machen! Das ist für München genau das Richtige. Vor allem kommt es dem Publikum entgegen, daß es hier sofort Kontakt mit allen guten Uhren erhält, die es interessiert, statt in irgendeinem prestigeträchtigen Laden vom Verkäufer nach Ansicht von wenigen Modellen sofort mehr oder weniger direkt zum Kauf genötigt zu werden." Ich hatte dieses Problem ja auch im ZEITGEFÜHL-Uhrenbuch schon genauer beschrieben und mich schon vor längerer Zeit entschlossen, solche Geschäfte zu meiden. Der Uhrenfreund möchte sich die Uhren doch erst einmal genauer anschauen, und zwar wirklich frei und unbelästigt, und er will auch nicht von oben herab angeschaut werden, nur weil er nicht auf den ersten Blick wie ein Millionär aussieht und er beim Verkäufer des Luxusladens den Eindruck erweckt, man könne ihm irgendein Modell der oberen Preisklasse andrehen.

Herr Kreuzberger war dann noch hinzugekommen, und das Ehepaar hatte sich skeptisch geäußert. Vielleicht würde man ja nächstes Mal nach Hamburg oder Berlin gehen. "Nein, nein!" hatte ich protestiert, "München ist viel besser, weil hier das richtige Publikum ist." — Am Ende der drei Tage hatten die Kreuzbergers dann gesehen, wie aufgeschlossen die Münchener auf diese Art Uhren reagieren und wie dankbar sie für das Konzept waren, endlich nähere Bekanntschaft hochwertiger Uhrmacherkunst zu schließen.

Im letzten und in diesem Jahr erhielt ich jeweils die Einladung zur Eröffnungsfeier und genoß sowohl das Erlebnis als auch das Wiedersehen mit einer zunehmend größeren Zahl von Bekanntschaften aus der Branche. Die herzliche und zugängliche Umgangsform der Kreuzbergers, bei denen sich österreichischer Charme mit einem guten Gespür für die Promotion wertiger Mechanikuhren verbindet, finde ich immer wieder wohltuend und erfreulich. Deshalb wünsche ich ihnen auch für ihre weiteren Unternehmungen viel Glück und Erfolg.

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