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Uhrenmarken

Officine Panerai

Vom Taucheruhren-Ausstatter der italienischen Marine zur begehrten modischen Trendmarke

Kurzportrait der Marke Officine Panerai: Geschichte, Richemont, Kult-Uhr, wichtige Modelle wie Radiomir und Luminor, Manufakturkaliber

Zum einen ist Officine Panerai die Marke, die für ihre streng geheimen Militäruhren bekannt ist. Während des Krieges spielten diese mit einem besonderen Verschlußsystem ausgestatteten Uhren für die italienische Marine eine große Rolle, waren sie doch nicht nur ungewöhnlich wasserdicht, sondern verfügten zusätzlich über die Besonderheit, sogar bei vollständiger Dunkelheit hervorragend ablesbar zu sein. Beide Eigenschaften boten ihrem Träger wertvolle Unterstützung: man denke nur an Kampfschwimmer, die unter widrigsten Verhältnissen in Lebensgefahr schwebten und auch bei schlechten Sichtverhältnissen in trübem Wasser auf die Zuverlässigkeit der Zeitablesung unbedingt angewiesen waren.

Es gibt aber noch eine zweite Phase innerhalb der Geschichte dieses Unternehmens, bei der die Marke Panerai zu einer gänzlich anderen Berühmtheit gelangte: nämlich als angesagter Trendsetter und als Wegbereiter der überformatigen, besonders maskulinen Herrenuhr. Nachdem nämlich Panerai 1997 zuerst von der Luxusmarken-Holding Vendôme und kurz darauf vom Richemont-Konzern übernommen worden war, beging man nicht den Fehler, den herben, zuerst womöglich etwas befremdlichen Charakter der klassischen Panerai-Modelle zu verwässern. Stattdessen behielt man deren sperrige Erscheinung weitgehend bei und brachte einfach die Technik auf den neuesten Stand. Aus den ursprünglich recht martialischen Militäruhren wurden so auf einmal Zeitmesser, die das Einerlei des Luxusuhren-Angebotes regelrecht durchbrachen. Entsprechend sensationell war dann auch der Verkaufserfolg.

Panerai Radiomir PAM 00210

Panerai Radiomir
Re-Edition der Taucheruhr von 1938,
exklusives Handaufzugswerk Panerai OP X (Basis ETA 6497),
verschraubte Aufzugskrone, verschraubter Gehäuseboden

Bildrechte bei Panerai

Der Begriff "Kult-Uhr" trifft hier voll und ganz zu. Als Beweis kann man die Aktivitäten der Panerai-Fans ansehen, "Paneristi" genannt, die sich in eigenen Foren tummeln und sich dort unermüdlich über ihre Freude an diesen Uhren austauschen. Die Zeitmesser gehören inzwischen fest zum exklusiven Kreis der Spitzenprodukte der Haute Horlogerie dazu. Auf diesen Lorbeeren ruht sich Panerai aber keineswegs aus, sondern festigt den erreichten Stand kontinuierlich durch Entwicklung eigener Manufakturkaliber und durch Lancierung weiterer Modelle, die sowohl in den Bereich der robusten Sportuhr als auch ins Segment der klassischen Komplikationsuhr vorstoßen.

Chronik

Guido Panerai gründet in Florenz die Firma "Guido Panerai & Figlio". Das später in Officine Panerai umbenannte Familienunternehmen für Feinmechanik beschäftigt sich zunächst mit der Herstellung von nautischen Präzisionsinstrumenten, entwickelt im Laufe der Jahre aber auch zahlreiche Patente im Uhren- und Optikbereich.
Panerai produziert im Auftrag der königlichen italienischen Marine nachttaugliche Zielvorrichtungen, Zeitzünder, Tiefenmesser sowie mechanische Rechenmaschinen.
Guido Panerai erfindet die Leuchtsubstanz "Radiomir", die es ermöglicht, Instrumente auch noch in völliger Dunkelheit abzulesen.
Es werden Präzisions-Taschenstoppuhren für den Militäreinsatz gebaut.
Erster Prototyp einer Taucherarmbanduhr, die für härteste Belastungen konzipiert ist.
Das Modell Panerai Radiomir, versehen mit der Leuchtmasse "Radiomir", wird zur Serienreife gebracht. Es ist ausschließlich der italienischen Kampfschwimmertruppe "Gamma" vorbehalten und unterliegt lange dem Militärgeheimnis.
Der Prototyp eines Taucher-Chronographen wird entwickelt. Dessen Name lautet "Mare Nostrum".
Für die ägyptische Marine wird ein Modell der Radiomir mit übergroßem, 60 mm messendem Gehäuse entwickelt, das zusätzlich über eine drehbare Taucherlünette verfügt. Der Beiname "Egiziano" heißt "ägyptisch".
Mit dem Taucher-Chronographen Mare Nostrum, der nach dem Prototypen von 1943 benannt ist, ansonsten mit diesem aber nichts gemeinsam hat, versucht Panerai wieder auf dem Uhrenmarkt Fuß zu fassen.
Mit der Serie Slytech, benannt nach dem Hollywood-Schauspieler Sylvester Stallone ("Sly" lautete der Spitznamen des Stars), erringt Panerai erstmals wieder größere Aufmerksamkeit.
Panerai wird von der Vendôme-Gruppe übernommen, einer Holding für Luxusmarken, zu der bereits so renommierte Namen wie Cartier, Piaget und Baume & Mercier zählen.
Die Vendôme-Gruppe verschmilzt mit dem Luxuskonzern Richemont.

Die behutsame, dem Original weitgehend treue Re-Edition des Modellklassikers Luminor macht Panerai schlagartig zur In-Marke der Uhren-Aficionados. Dasselbe gilt für das Schwestermodell Luminor Marina (mit Sekundenzeiger).
Das Modell Luminor Marina Logo erscheint.

Panerai Luminor Marina Logo

Panerai Luminor Marina Logo
Taucheruhr mit der Panerai-typischen
Arretierhebelsicherung unter Kronenschutzbrücke,
exklusives Handaufzugswerk Panerai OP II (Basis ETA 6497-2),
COSC-geprüfter Chronometer,
3,5 mm starkes Saphirglas, aus Korund gewonnen,
verschraubter Stahlboden

Bildrechte bei Panerai

Re-Edition des Klassikers Radiomir.

Lancierung der Manufakturkaliber P.2000 und Varianten mit Handaufzug.
Lancierung der Reihe der Manufaktur-Automatikkaliber P.9000.

Präsentation einer limitierten Edition des Luxus-Modells Radiomir Tourbillon GMT 48mm mit Tourbillon und zweiter Zeitzone. Die Uhr ist mit drei Federhäusern ausgestattet und erreicht die beachtliche Gangdauer von 6 Tagen.

Radiomir Tourbillon GMT 48mm

Radiomir Tourbillon GMT 48mm
Handaufzugs-Manufakturwerk Panerai P.2005,
30-Sekunden-Tourbillon und zweite Zeitzone,
Gangreserveanzeige auf der Gehäuserückseite

Bildrechte bei Panerai

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