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Lese-Tip
Das ZEITGEFÜHL-Uhrenbuch:
Das Geheimnis hochwertiger mechanischer Armbanduhren.
442 Seiten, 196 Abb., davon 68 in Farbe.
Blog-Übersicht
- Mein Interview mit dem Beyer-Kundenmagazin BEYOND, 12.4.2012
- Giga Tourbillon Round Skeleton von Franck Muller, 6.2.2012
- Die Wahnsinns-Uhr von Richard Mille, 6.2.2012
- Rassig-eleganter Reisechronograph von Breitling in der Reihe Chronomat, 3.2.2012
- Zwei Entdeckungen auf der MunichTime 2011, 3.2.2012
- ZEITGEFÜHL-Layout und Optik überarbeitet, 30.1.2012
- MunichTime 2010: Entdeckungen und Begegnungen, 8.11.2010
- Neues von Oris, 10.10.2010
12. April 2012
Mein Interview mit dem Beyer-Kundenmagazin BEYOND
Ich habe hier unten (und auf der Homepage) mein Interview mit dem Kundenmagazin BEYOND von Uhren Beyer eingestellt, das Ende Januar geführt wurde und vor kurzem im Druck und im Web erschienen ist. Darin kommt einiges über die Entstehung des UHREN-WIKIS bzw. des ZEITGEFÜHLS und mein Verhältnis zu hochwertigen mechanischen Uhren vor.
Das Interview hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das war keine Arbeit, geschweige denn Mühe oder Anstrengung, sondern pure Freude. Leider ist dann aber ein Großteil dessen, was besprochen wurde, weggelassen worden. Das zu akzeptieren fiel mir offen gesagt schwer. Wenn jemand mit mir privat zu tun hat, bekommt er Dinge über Uhren und ihren Hintergrund zu hören, die er sonst sicher nirgendwo zu hören bekommt, schon gar nicht in der einschlägigen Branche (incl. Hersteller und Geschäfte, von den anderen Magazinen ganz zu schweigen). Es ist auf eine Art dann bitter, wenn genau das wieder nicht gebracht wird. Im nachhinein muß ich aber auch sehen und akzeptieren, daß auf die Auftraggeber Rücksicht genommen werden muß.
Eines habe ich daraus gelernt: Es ist eine Sache, ob jemand anderer einen eigenen Bericht in einem anderen Magazin über mich macht, oder ob ich etwas für mich selbst publiziere.
Das Interview und dessen Veröffentlichung war ein Geschenk, das mir vor allem durch das herzliche Engagement und die gute Arbeit von Matthias Mächler von der Magazinredaktion zuteil geworden ist, und die insgesamt total professionelle Präsentation, ausgerechnet in einem derart traditionsreichen und renommierten Züricher Uhrenhaus wie Beyer, ist ohne Abstriche einfach nur eine ganz große Ehre für mich. Dafür kann ich mich nur bedanken.
Ansonsten bin ich ja frei, mein eigenes Zeug zu schreiben. Das war immer schon die große Gelegenheit, die das Internet bot, und die muß man einfach nutzen — vor allem die Freiheit des individuellen Ausdrucks, die einem (hoffentlich noch lange) bleibt. Irgendwie ist wohl für mich der Hauptnutzen des Interviews, daß es mir genau das wieder ins Bewußtsein zurückgerufen hat. Auf meinen Seiten schreibt mir kein Kunde, keine Branche und kein Vorgesetzter irgend etwas vor. Das ist ein Glück, das die meisten Journalisten nicht nur nicht haben, sondern immer weniger haben, da ja die Presse immer mehr unter Kontrolle gebracht wird. Beyer kann man da übrigens ohnehin nicht hinzuzählen; sie laufen mit ihrem eigenen Magazin völlig separat vom Kioskmarkt, und so etwas Jahr für Jahr in einer derartig hohen Qualität für die Kunden zu leisten, verdient allergrößte Anerkennung.
Noch etwas zur Fotografin Sigrid Reinichs. Auch hier absolute Professionalität und ein Aufwand, der mich fast beschämte. Mehrere tausend Fotos, für die so ca. zwei Stunden intensive Aufnahmearbeit nötig waren, und dann das Heraussuchen der besten davon, das ist etwas, in das man sich als normaler Privatfotograf gar nicht hineinversetzen kann.
6. Februar 2012
Giga Tourbillon Round Skeleton von Franck Muller
Der Meister läßt inzwischen seine Forschungs- und Entwicklungsabteilung vorangehen und neue Modelle kreieren. Diesmal ist wieder eine verblüffend neuartige Uhrenschöpfung dabei herausgekommen, die mit klassischer Klarheit höchste Uhrentechnik veranschaulicht: Der Giga Tourbillon ist bis ins letzte skelettiert und das Werk in traumhaft schöner Symmetrie angeordnet, mit dem 20 mm großen Tourbillon an markanter Stelle, Stunden- und Minutenzeiger leicht dezentral, und vier Federhäusern seitlich plaziert. Die hohe Gangreserve beträgt ganze 10 Tage. Alles in einem schlichten und dafür umso beeindruckenderen Weißgoldgehäuse verpackt.

Franck Muller Giga Tourbillon Round Skeleton
Handaufzugs-Manufakturwerk FM 2100, 18.000 A/h,
Vier Federhäuser,
Tourbillon, Ø 20 mm
240 Bauteile, 29 Lagersteine,
Gangreserve 10 Tage
Bildquelle/Alle Rechte bei: Franck Muller
Wer meint, das Thema Uhr sei schon längst abgegrast und neue Uhrenschöpfungen könne es deshalb kaum noch geben, der wird hier wieder einmal auf überzeugende Weise eines besseren belehrt.
6. Februar 2012
Die Wahnsinns-Uhr von Richard Mille
Anders kann ich die nicht nennen. Gemeint ist die Richard Mille RM 025 Tourbillon Chronograph Diver. Diese abgefahrene Taucheruhr habe ich soeben in meine Favoriten-Kollektion aufgenommen, siehe dortigen Text.

Richard Mille RM 025 Tourbillon Chronograph Diver
Handaufzugs-Manufakturwerk Kaliber RM 025, 21.600 A/h
Chronograph mit Minutentourbillon,
Platine aus Karbon-Nanofasern,
Säulenrad und Schalthebel des Chronographen aus Titan,
Gangreserve 70 h
Bildquelle/Alle Rechte bei: Richard Mille.
3. Februar 2012
Rassig-eleganter Reisechronograph von Breitling in der Reihe Chronomat
Als treuer Freund der Marke Breitling und ihrer markanten Chronographen, speziell der Reihen Chronomat und Navitimer, freue ich mich über die Lancierung dieses neuen Modells, denn es bietet eine visuell und haptisch sehr ausgewogene Variante in Form eines Reisechronographen mit 24-Stunden-Anzeige (GMT-Funktion). Die in beide Richtungen drehbare Sperrkegellünette mit 24-Stunden-Skala ermöglicht es außerdem, eine dritte Zeitzone abzulesen.
Das Gehäuse ist diesmal mit 44 mm Durchmesser etwas tragbarer als das mit 47 mm doch recht groß geratene Brudermodell Chronomat GMT vom letzten Jahr. Das wird dem ansonsten hochinteressanten und für Männer gewiß attraktiven Modell neue Käuferkreise erschließen.

Breitling Chronomat 44 GMT
Chronograph mit automatischem Manufakturkaliber B04,
GMT-Funktion (24-Std.)
Alle Bildrechte bei Breitling
Breitling liefert alle Modelle mit Chronometerprüfung (COSC) aus und schalt zunehmend das werkseigene automatische Manufakturkaliber ein, hier in der Version Breitling B04 auf Basis des B01.
3. Februar 2012
Zwei Entdeckungen auf der MunichTime 2011
Mich freute besonders die Gelegenheit, endlich Martin Braun persönlich kennenzulernen. Nach Abbruch der Kooperation bei Franck Mullers Watchland — ein traumatisches Erlebnis, das ihn zugleich auch die Rechte auf seinen eigenen Namen als Uhrenmarke kostete —, verlor der enthusiastische Uhrenentwickler Braun keineswegs seinen Schneid, sondern konzentrierte sich nun erst recht auf seine ureigene Stärke: die Entwicklung eines Uhrwerks ganz nach eigenen Vorstellungen und Ideen.

Antoine Martin AM 93.001
Eigenentwickeltes Manufakturkaliber
Alle Bildrechte bei Antoine Martin
Dieses bei der Baselworld 2011 erstmals der Öffentlichkeit präsentierte neue Kaliber vereint all jene Besonderheiten und technischen Lösungen, die sich Braun in den letzten Jahren hatte durch den Kopf gehen lassen. Und natürlich steigt es, was seine Funktionen anbelangt, gleich in die Oberklasse der Haute Horlogerie ein. Da gibt es, um nur eine Auswahl zu nennen, folgendes an Spezialitäten zu bewundern:
- Anker, Ankerrad, Ellipse aus High-Tech Silizium
- Silizium-Hemmung High Performance Escapement (HPE)
- Zwei Federhäuser
- Rückerlose Feinregulierung
- Großdatum, Ewiger Kalender mit Schaltjahres- und Tag-Nacht-Anzeige
- Gangreserve-Anzeige
Aber damit noch nicht genug. Der Aufwand, der getrieben wurde, ist enorm: Das Werk hat die ungewöhnlich hohe Zahl von 324 Bauteilen, was einen Hinweis auf die hohe Komplexität des Werkkonzeptes gibt, sowie eine auf dem Markt recht ungewöhnliche Schwingungsfrequenz ruhigen 18.000 A/h (es tickt also auch entsprechend ruhig und stark "wie ein Dieselmotor"). Die Gangreserve umfaßt 6 Tage (oder 144 Stunden).
Das entsprechende Modell, das unter Führung des Marken-Mitbegründers und Geschäftsführers Bruno Jufer entwickelt wurde, sieht dann wie folgt aus:

Antoine Martin Ewiger Kalender QP01.710.1
Eigenentwickeltes Manufakturwerk,
Großdatum, Ewiger Kalender mit Schaltjahres- und Tag-Nacht-Anzeige,
Gangreserve-Anzeige
Alle Bildrechte bei Antoine Martin
Martin Braun nahm sich an seinem MunichTime-Stand ausgiebig Zeit, jedem Interessenten die Finessen seiner Uhrenkreation genau und geduldig zu erläutern.
Warum ist das wichtig? Weil hier ein Mensch ist, der seine Uhren selbst baut. Kein Großkonzern mit tausenden von Angestellten, die dann auf solchen Messen mit wiederum mehr oder weniger austauschbaren Vertriebs- und Verkaufsleuten präsent sind. Nicht selten findet man diese Leute ein Jahr später bei der Konkurrenzmarke wieder. Nichts gegen die Leistung, die auch in diesen Uhrenfirmen erbracht wird! Aber man sollte den Unterschied kennen: Bei den Uhren aus den Konzernen handelt es sich um mehr oder weniger durchindustrialisierte Massenprodukte. Der ganze Apparat, der hier dahintersteht, ist eine aufwendige, bis ins kleinste durchorganisierte Maschinerie.
Im Kontrast dazu steht ein Uhrenenthusiast wie Braun (und Lehmann — auf den wir nachfolgend eingehen werden) mit seinem eigenen Wohl und Wehe für seine Uhrenschöpfungen ein. Da ist ein Mensch, und der baut "seine Uhr" bzw. "sein Uhrwerk". Das Risiko ist ungleich höher. Und deshalb schätze ich auch die Leistung dieser Uhrmacher und Unternehmer ungleich höher ein. (Aussagen wie diese wird man natürlich nicht in den anderen Uhrenmedien finden — die wollen es sich ja schließlich mit niemandem verderben.)

Martin Braun, Gründer der
gleichnamigen Uhrenmarke und Mitbegründer der neuen Marke Antoine Martin
Alle Bildrechte bei Antoine Martin
Eben deshalb bringt es auch so viel, Menschen wie Braun persönlich kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen. Denn sie gehören zu der seltenen Sorte von Charakteren, die nicht im Strom mitschwimmen, sondern alles dafür tun, ihren Traum zu verwirklichen. Das unterscheidet sie von mehr als 99% der anderen, und man merkt es ihnen auch an. Da geht es nicht um Wert-abschöpfung à la shareholder value und Heuschreckeninvestment, sondern um Wert-schöpfung. Diese Wertschöpfung ist es, was für solche Menschen das Leben erst lebenswert macht. Daher haben sie auch eine Energie, die ein müder Büromensch, der tagein tagaus seine Zeit am Schreibtisch oder PC-Bildschirm absitzt und Dinge verrichtet, die andere für ihn ausgedacht und ihm als Werkzeug aufgetragen haben, sich gar nicht vorstellen könnte.
Lebe deinen Traum! Das ist es, was ich sehe, wenn ich solche Uhren und ihre Schöpfer sehe! Und offenbar ist es immer wieder, trotz vieler Rückschläge und widriger Umstände, möglich, seinen Traum zu leben. Das sollte jedem Hoffnung geben; das kann dir und mir ein Beispiel sein. Und deshalb bin ich diesen Uhrenschaffenden für ihre Arbeit so dankbar.
Auch Lehmann steigt gleich im Luxus-Sektor ein, ca. ab 10.000 EUR. (Antoine Martin liegt noch wesentlich darüber.) Beide sind ganz neu auf dem Markt, denn erst seit 2011 sind ihre Uhren verfügbar. Für Lehmann war die MunichTime die erste öffentliche Präsentation überhaupt. Und auch er stand fast durchgehend am Stand und nahm sich jede Zeit der Welt, auf alle Fragen gewissenhaft einzugehen.

Markus Lehmann
Gründer und Inhaber der Uhrenmarke Lehmann
Alle Bildrechte bei Lehmann Uhren
Auch Lehmann wartet mit einem eigenproduzierten Manufakturkaliber auf, bei dessen Entwicklung er von Andreas Strehler unterstützt wurde und das in vier Varianten angeboten wird, jeweils passend zu den Funktionen der entsprechenden neuen Uhrenmodelle: Fensterdatum, Zeigerdatum, Gangreserve und Tourbillon:

Lehmann LS 0007
Eigenproduziertes Manufakturkaliber
Automatikaufzug, durchsichtiger Rotor, einseitig aufziehend,
Gangreserve-Anzeige, Werkfinissierung in "Lehmann-Gravur"
Alle Bildrechte bei Lehmann Uhren
Alle Modelle verfügen über Strich-Indexe, also keine Stundenziffern, über einen charakteristischen, bügelförmigen Bandanstoß und über eine versenkbare Krone.

Lehmann Intemporal Fensterdatum
Mechanisches Automatikwerk Lehmann LS 0003
(Manufakturkaliber)
Alle Bildrechte bei Lehmann Uhren
30. Januar 2012
ZEITGEFÜHL-Layout und Optik überarbeitet
So, jetzt wird hier ins Uhrenblog endlich wieder Leben hineinkommen!
In den letzten Tagen habe ich schon mal das ZEITGEFÜHL-Layout und die gesamte Optik stark überarbeitet.
Als nächstes kommen dann neue Berichte und Artikel dran. Insbesondere steht noch eine Nachbereitung der MunichTime 2011 (vom November) aus. Es werden einige interessante neue Uhrenhersteller besprochen werden.
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