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Das ZEITGEFÜHL-Uhrenbuch:
Das Geheimnis hochwertiger mechanischer Armbanduhren.
442 Seiten, 196 Abb., davon 68 in Farbe.
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Blog-Übersicht
- Giga Tourbillon Round Skeleton von Franck Muller, 6.2.2012
- Die Wahnsinns-Uhr von Richard Mille, 6.2.2012
- Rassig-eleganter Reisechronograph von Breitling in der Reihe Chronomat, 3.2.2012
- Zwei Entdeckungen auf der MunichTime 2011, 3.2.2012
- ZEITGEFÜHL-Layout und Optik überarbeitet, 30.1.2012
- MunichTime 2010: Entdeckungen und Begegnungen, 8.11.2010
- Neues von Oris, 10.10.2010
- Shop-Guide München nun auf eigener Seite, 1.10.2010
8. November 2010
MunichTime 2010: Entdeckungen und Begegnungen
Für mich ist die MunichTime stets ein "Heimspiel", da praktisch vor der Haustür gelegen. Zum dritten Mal insgesamt und zum zweiten Mal im Hotel Bayerischer Hof, der — was prestigeträchtige Luxusveranstaltungen betrifft — ersten Adresse in München, war auch diese Ausstellung wieder hervorragend besucht. Es ist schön, zu sehen, wie sehr die Uhrenwelt durch frische Impulse junger Marken und Hersteller belebt wird. Offenbar haben weiterhin, trotz aller Zusammenschlüsse in Holdings und Konzernen, auch unabhängige, kleine Anbieter eine reelle Chance und können durchaus neue Akzente setzen. Marken wie Duesenberg, B. Junge & Söhne und Genesis bringen ganz eigene, jeweils ungewohnte Ansätze ein, wie sie oft innerhalb der etablierten Hierarchien nicht mehr möglich wären.
Zur Einstimmung folgt ein kurzer Anriß zu denjenigen Anbietern, die ich als Entdeckung empfunden habe und bei denen sich auch gute Gespräche und Aufschlüsse ergeben haben.

Duesenberg Rectangular ST-RG Beige-Mint
Automatikwerk Basis ETA 2824-2,
Duesenberg Bandansatz-Schnellwechselsystem
Alle Bildrechte bei Duesenberg Watch
- Duesenberg: Von der Automobil-Legende zur Uhr; Künstler und Produktdesigner Stefan Schwaighofer kreiert Uhren eines neuen Typs, der den Stil des Art Déco nicht nur aufgreift, sondern weiterdenkt. Die Marke feierte auf der MunichTime Weltpremiere.
- Genesis: Uhrmacherin Christine Genesis mit eigener, geschmackvoller Kollektion.
- B. Junge & Söhne: Heinz W. Pfeifers neuester Streich: Wiederbelebung eines traditionellen Glashütter Markennamens, aber diesmal mit modernen Sportuhren, die über ein innovatives Baukastensystem verfügen. Die Marke feierte auf der MunichTime ebenfalls Weltpremiere.
- Damasko: Die bayrische Qualitätsmarke, deren Verdienste unter Uhrenfreunden noch viel zu unbekannt sind, schickt sich mit ihrem neuen Manufakturkaliber und zahlreichen weiteren technischen Innovationen an, den Uhrenmarkt zu erobern.
- H. Moser & Cie.: Bereits zum dritten Mal auf der MunichTime, klassisch und anspruchsvoll, mit einem üppigen Füllhorn wichtiger Mechanik-Innovationen.
- Zenith: Die weltbekannte Marke besinnt sich endlich wieder auf ihre ursprünglichen Stärken und ihre eigentliche Kernkompetenz. Die Verabschiedung der ultramodischen Experimente der letzten Jahre und die Rückkehr zu den klassischen Wurzeln wurde von den Uhrenfreunden mit einhelligem Beifall aufgenommen.
- Arnold & Son: Die Marke gewinnt an Kontur und wartet mit erstaunlichen Komplikationen auf.
- Leinfelder: Münchener Familienbetrieb mit Goldschmiede und eigener Uhrenkollektion.

Damasko DC66 Si black
Automatischer Chronograph mit Kaliber Valjoux 7750,
antimagnetisch, wasserdicht bis 10 atm,
unverlierbare Drehlünette,
wasserfestes, glattes Shrunklederarmband in Schwarz,
Innenseite mit Kautschuk, Doppelnaht in Schwarz-Rot
Alle Bildrechte bei Damasko
Ich plane, zur Mehrzahl dieser Namen ausführlichere Berichte im ZEITGEFÜHL zu schreiben. Erwähnen möchte ich noch meinen guten Eindruck von A. Lange & Söhne, Panerai, Roger Dubuis und Oris. Die Abwesenheit der Swatch Group, die nach dem Ableben ihres Präsidenten Nicolas G. Hayek anscheinend momentan in einem Umbruch steckt, fand ich nicht weiter tragisch. Denn wer bereit war, sich von altgewohnten Kategorien und vorgefertigten Erwartungen freizumachen, konnte sicherlich genug andere Eindrücke sammeln und die wertvolle Gelegenheit nutzen, um interessante Uhrengespräche zu führen.

Rudolf Kreuzberger, Veranstalter der ViennaTime und MunichTime
Was ich hier unbedingt noch erwähnen möchte, ist das lobenswerte Engagement der Familie Kreuzberger bei der Konzeption und Veranstaltung der MunichTime. Als vor drei Jahren die erste MunichTime stattfand, damals noch auf der Praterinsel, stand ich als "Einheimischer", dem Basel meistens zu weit gewesen war und der sich auf der Inhorgenta nicht so wohl gefühlt hatte, natürlich gleich am ersten Tag pünktlich zur Öffnung vor der Eingangstür. Ich kann mich noch erinnern, wie Frau Kreuzberger, die selbst bei der Garderobe mithalf, meinen Mantel und meine Tasche entgegennahm und verstaute. Nachdem ich mich ein paar Stunden auf der Ausstellung aufgehalten und erste Eindrücke gesammelt hatte, war ich zu ihr hingegangen und hatte sofort ganz eindringlich gesagt: "Sie müssen das im nächsten Jahr auch wieder machen! Das ist für München genau das Richtige. Vor allem kommt es dem Publikum entgegen, daß es hier sofort Kontakt mit allen guten Uhren erhält, die es interessiert, statt in irgendeinem prestigeträchtigen Laden vom Verkäufer nach Ansicht von wenigen Modellen sofort mehr oder weniger direkt zum Kauf genötigt zu werden." Ich hatte dieses Problem ja auch im ZEITGEFÜHL-Uhrenbuch schon genauer beschrieben und mich schon vor längerer Zeit entschlossen, solche Geschäfte zu meiden. Der Uhrenfreund möchte sich die Uhren doch erst einmal genauer anschauen, und zwar wirklich frei und unbelästigt, und er will auch nicht von oben herab angeschaut werden, nur weil er nicht auf den ersten Blick wie ein Millionär aussieht und er beim Verkäufer des Luxusladens den Eindruck erweckt, man könne ihm irgendein Modell der oberen Preisklasse andrehen.
Herr Kreuzberger war dann noch hinzugekommen, und das Ehepaar hatte sich skeptisch geäußert. Vielleicht würde man ja nächstes Mal nach Hamburg oder Berlin gehen. "Nein, nein!" hatte ich protestiert, "München ist viel besser, weil hier das richtige Publikum ist." — Am Ende der drei Tage hatten die Kreuzbergers dann gesehen, wie aufgeschlossen die Münchener auf diese Art Uhren reagieren und wie dankbar sie für das Konzept waren, endlich nähere Bekanntschaft hochwertiger Uhrmacherkunst zu schließen.
Im letzten und in diesem Jahr erhielt ich jeweils die Einladung zur Eröffnungsfeier und genoß sowohl das Erlebnis als auch das Wiedersehen mit einer zunehmend größeren Zahl von Bekanntschaften aus der Branche. Die herzliche und zugängliche Umgangsform der Kreuzbergers, bei denen sich österreichischer Charme mit einem guten Gespür für die Promotion wertiger Mechanikuhren verbindet, finde ich immer wieder wohltuend und erfreulich. Deshalb wünsche ich ihnen auch für ihre weiteren Unternehmungen viel Glück und Erfolg.
10. Oktober 2010
Neues von Oris
Vor ein paar Tagen habe ich mich mit Leuten von Oris getroffen. Diese Firma wollte ich ohnehin schon seit längerem im ZEITGEFÜHL und im Uhren-Wiki stärker präsentieren. Mein erster Kontakt mit Oris ist ziemlich genau 15 Jahre her. Es war damals eine der ersten Marken, die sich — selbst als die Quarzuhr als "der letzte Schrei" galt — bereits konsequent zur mechanischen Uhr bekannten. Heute ist das nichts Ungewöhnliches: Sämtliche besseren Uhren, insbesondere im Luxussegment, haben wieder mechanische Werke (Breitling mit einer Handvoll Quarzuhren in dieser Sparte und etliche Damenuhr-Hersteller nehme ich mal fairerweise aus, aber ansonsten gilt meine Aussage uneingeschränkt, auch wenn sich da immer wieder einige Leser auf den Schlips getreten fühlen — siehe auch den Betrag: Warum nicht Quarz? zu diesem Thema). Damals brauchte man dafür nicht nur Mut, denn man stellte sich scheinbar komplett gegen den Trend (und gegen das, was damals "die kommende Zukunft" genannt wurde), sondern so etwas wie innere Wahrhaftigkeit. Rückgrat, Überzeugung — man steht zu seinem besseren Wissen, auch wenn man dafür erst einmal keinen Blumenstrauß überreicht bekommt und womöglich auch weniger verdient.
Umso mehr freute mich für Oris, daß sie erst in Japan und dann auch in den USA, in Europa und in weiteren Kontinenten Erfolg mit ihrer Strategie hatten. Die Glaubwürdigkeit schlägt sich übrigens auch im Preis nieder: Ich kann jedem Uhrenfreund, der sich für diese Art Uhren interessiert (also: sportliche Chronographen, Taucheruhren, Fliegeruhren, auch klassische Modelle) nur empfehlen, den Preis einer mit Valjoux 7750 oder ähnlichem Werk ausgestatteten Uhr sowie deren Fertigungsqualität und Design mit parallelen Angeboten auf dem Markt zu vergleichen. Die Oris-Uhren liegen im Preis nicht nur niedriger, sondern sind meistens beträchtlich preisgünstiger.
Zurück zu meiner Erinnerung an die damalige Oris-Kollektion. Besonders angetan hatte mir das fein guillochierte Zifferblatt etwa einer Radius: wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um eine strahlenförmige, in unterschiedliche Zifferblattsegmente aufgeteilte Ziselierung. Ich weine diesem Modell noch heute nach und habe nie verstanden, weshalb es aus der Oris-Kollektion verschwunden ist. Die Oris Artelier Alarm bietet mit ihrem ebenfalls sehr schönen Zifferblatt wenigstens ein bißchen Trost.
Ich bin nun dabei, das Oris-Material in die Webseiten einzuarbeiten. Siehe v.a. hier:
- Oris (ZEITGEFÜHL)
- Oris (Uhren-Wiki) (dort weiter zu den Modellen und Uhrenbildern)
Sehr beachtlich finde ich, was die Marke in den letzten Jahren im Bereich der Autorennsport- und Tauchermodelle geleistet hat und immer noch leistet. Hier ist sie komplett vom biederen Image fortgekommen. Die Modelle sind einfach nur rassig und markant gemacht. Hier zwei Beispiele als Vorgeschmack:

Oris TT3 Darryl O’Young Limited Edition
Rennsportmodell mit Glas-Zifferblatt
und Automatikwerk Sellita SW 200,
Titan-Gehäuse mit schwarzer DLC-Beschichtung
(wahlweise Ø 41 mm oder Ø 43,5 mm),
Saphirglas, Mineralglasboden

Oris Col Moschin Limited Edition
Einsatzuhr für eine italienische Militäreinheit,
Ø 49 mm Titan-Gehäuse mit DLC-Tarnbeschichtung, Wolframlünette,
antimagnetisch, wasserdicht bis 1000 m Tiefe
Kautschukband, Sicherheits-Faltschließe mit integrierter
Verlängerungsmechanik und DLC-Tarnbeschichtung
Alle Bildrechte bei Oris
1. Oktober 2010
Shop-Guide München nun auf eigener Seite
Der Shop-Guide München hat nun eine eigene Seite zugeteilt bekommen.
26. September 2010
Firmen- und Modell-Portraits überarbeitet und erweitert
Folgende Firmen- und Modell-Portraits wurden überarbeitet, erweitert und um etliche Fotos ergänzt: Breitling, TAG Heuer, Zenith, Jaeger-LeCoultre und Rolex.
26. September 2010
Frühere ZEITGEFÜHL-Tagebuch-Seiten nachgetragen
Ich habe die Seiten des früheren ZEITGEFÜHL-Tagebuchs (ab 2005) aus meinem Archiv hierhin übernommen (siehe rechts unten: Blog-Übersicht). Die Beiträge über Victorinox Swiss Army, Thomas Prescher und Richard Mille wurden aus dem Blog in separate Artikel verschoben.
21. September 2010
Verbesserte Service-Seite. NEU: Shopführer München
Ich habe die Service-Seite umgestaltet und wesentlich erweitert. Hier wird sich auch noch in nächster Zeit einiges tun, denn es gibt noch viele Anbieter, die es verdienen, unbedingt mit aufgenommen zu werden.
Ganz neu ist der in der Service-Seite integrierte Shopführer München. Darin werden Uhrengeschäfte und Uhren-Dienstleister im Raum München mit Kurzportraits vorgestellt. Die wichtigsten Shops, die Mechanikuhren der Top-Klasse anbieten, sind bereits enthalten.
29. August 2010
Neues ZEITGEFÜHL-Uhrenblog
Ab sofort gibt es hier an dieser Stelle das neue ZEITGEFÜHL-Uhrenblog (als Wiederaufnahme des bisherigen, seit Januar 2010 pausierenden Wordpress-Uhrenblogs).
Demnächst kommen hier Neuigkeiten zu den aktuellen Modellen, die auch im Uhren-Wiki präsentiert werden, sowie weitere Infos rund um die hochwertige mechanische Armbanduhr.
8. Mai 2009
Hublot macht weiter mit den Power-Uhren
Mir gefällt der konsequente Weg, den Hublot mit den Power-Modellen geht, speziell mit den extremen Serien All Black und King.
Der neue Foudroyante-Chronograph Hublot Big Bang King Power All Black ist eine logische Weiterentwicklung. Wem die Uhren zu absonderlich oder provozierend vorkommen, dem kann ich nur raten, sie sich einmal live anzuschauen und am eigenen Arm zu probieren: da relativieren sich schnell einige Vorurteile. Es geht hier einfach um das gewisse Etwas, und auf dem Gebiet ist Jean-Claude Biver, was Uhren anbelangt, nun mal der unbestrittene Meister.
Alle Bildrechte bei Hublot
28. Juli 2007
Über klassischen und klobig-modernen Stil
Nach eineinhalbjähriger Pause habe ich wieder Spaß daran, hier im ZEITGEFÜHL weiterzuschreiben und Uhrenmodelle vorzustellen, die mir gut gefallen und mich inspirieren. Zuerst einmal muß ich ganz ehrlich zugeben, daß mich die äußere Gestaltung bei den in den letzten beiden Jahren erschienenen Modellen nicht mehr begeistert hatte. Die Uhren wurden immer klobiger, der Stil schwerfälliger und plumper, was zählte, war die schiere Größe und das martialische äußere Auftreten (vielleicht passend zum Zeitgeist, wo mich genau dasselbe abstößt, übrigens auch am panzerähnlichen Erscheinungsbild vieler Auto-Neuerscheinungen abzulesen, die entgegen jeglicher Vernunft wieder mehr statt weniger Benzin verbrauchen). Hauptsache man sah die Uhr von weitem und gewann den Eindruck, daß ihr Besitzer ein ganz forscher, auftrumpfender Mensch sei. Vorbei das feine, klassische Stilempfinden der Uhrenrenaissance zu Zeiten der 90er Jahre, vorbei die zierlichen Zeiger, die guillochierten Zifferblätter, die eleganten Ziffern und Indexe — nun war rustikale "Keilschrift" gefragt, und alles ähnelte frappant den Billig- und Popuhren zu 20 oder 30 Euro, nur daß man ein Mechanikwerk drinhatte und viel mehr für das ganze Ding zahlen mußte.
Aber bei den Zusendungen der Uhrenfirmen, die in letzter Zeit hier eintrudelten, fanden sich auf einmal wieder andere Erscheinungsbilder. Ich habe Materialien von Vacheron Constantin, Baume & Mercier, TAG Heuer und Pequignet bekommen, die durchaus wieder hoffen lassen. Ich war ganz verwundert, weil mir die meisten der dort abgebildeten Modelle auf einmal wieder gefielen. Vielleicht hat es mit der Plumpheit doch wieder ein Ende, und es kehrt vielleicht doch wieder eine gewisse Musikalität und spritzige Leichtigkeit ins Uhrendesign zurück. Jedenfalls reizt es mich, von neuem mit dem Verfassen von Uhrenbeiträgen zu beginnen — obwohl es, wie immer, fürchterlich viel Arbeit macht und jedesmal ein Vielfaches der ursprünglich veranschlagten Zeit beansprucht. Aber wenn die Uhren gut und interessant sind, dann ist es das auch wert!
Begonnen habe ich gestern mit Pequignet. Und ergeben hat sich das so: Mich schrieb Sonja Köneke, Inhaberin von Elitesse Media & PR an, die seit August 2006 die Pressearbeit für diesen Uhren- und Schmuckhersteller aus der französischen Schweiz übernommen hat. Und dann stellte sich heraus, daß wir hier in Bogenhausen nahezu Nachbarn sind. (Auch bezüglich anderer Uhrenadressen habe ich festgestellt, daß die Entfernungen in München verblüffend nah sind.) Bei einem Mittagessen am Prinzregentenplatz unterhielten wie uns angeregt über die Uhrenmaterie und tauschten Ideen aus. Freundlicherweise erhielt ich großzügige Unterstützung bei der Beschaffung von Material und Informationen, so daß ich bei meinem neuen Beitrag aus dem vollen schöpfen konnte.
Auf der Webseite von Elitesse steht u.a. folgendes Zitat von Alexander Mitscherlich, dem bekannten Psychologen und Autor: „Glück ist das Zusammentreffen von Phantasie und Wirklichkeit.“ Dieses Motto kann ich nur voll bestätigen. Genau das ist der Geist, aus dem kreatives Arbeiten gespeist wird, und glücklich ist der, dessen Tätigkeiten davon erfüllt sind. Und das hier Gesagte gilt genauso für Uhren, denn: „Gute Uhren machen glücklich.“
22. Dezember 2005
Patek Philippe
Patek Philippe gehörte zu den Firmen, von denen ich bei der Erstellung des
ZEITGEFÜHL-Uhrenbuches
mit am freundlichsten unterstützt worden bin — was mich umso mehr freute, als es sich zugleich um den wohl renommiertesten Uhrenhersteller überhaupt handelt. Darüberhinaus verkörpern Uhren von Patek Philippe am meisten das, was hauptsächliches Thema sowohl des Buches als auch dieser Webseiten ist: qualitative Spitzenklasse auf dem Gebiet der mechanischen Uhr (und zugleich ein exemplarisches Studiengebiet für ganz konkrete, anschauliche Aspekte von Wertempfindung und Wertverständnis).
Deshalb fühlte ich mich inspiriert, nun den Beitrag Patek Philippe — Tradition uhrmacherischer Spitzenleistungen aufzunehmen, der einige Hintergrundinformationen, eine Markenchronik sowie einige wundervolle Uhrenbilder enthält.
11. August 2005
Ashley Pace zum ZEITGEFÜHL-Uhrenbuch
Ashley Pace, den ich gestern in seinem Geschäft am Kosttor besucht und dem ich das erste Exemplar meines neuen Buches verkauft hatte, rief mich heute an und äußerte seine Begeisterung: Das sei ja eine regelrechte "Uhren-Bibel", die eine Vielzahl von Kennern und Insidern gewiß ansprechen würde. Gerade die Teile weiter hinten, über Verkaufspsychologie und Verkäuferverhalten, oder über Zeit und Zeitempfinden, hätten es in sich. Er würde in jeder freien Minute weiterlesen; am liebsten würde er das Buch an alle Bekannten und Uhrenleute verschicken.
Mich freute dieses Feedback sehr. Vor allem, daß er sofort erkannt hat, worin sich mein Stil von dem anderer unterscheidet: Ich versuche den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen, woraus sich eine ganz andere Darstellung entwickelt als bei üblichen, in der Branche bekannten Autoren. Die Dinge werden "beim Namen genannt" — was vermutlich auch noch zu einigen kontroversen Reaktionen führen wird. Es ist unabhängige Beobachtung, die zu neuen Aufschlüssen führt; diese Unabhängigkeit hat natürlich ihren Preis — sie keineswegs etwas Selbstverständliches.
Außerdem ist dieses Buch nicht einfach nur ein Uhrenbuch, sondern handelt von vielem, was im heutigen gesellschaftlichen und Geschäfts-Leben unter der Oberfläche passiert. Es geht nicht nur um diese bestimmten Luxusprodukte, sondern um Werte und um deren Rolle innerhalb der heutigen Kultur. Es geht um den Unterschied zwischen gierigem Saugen und Schmarotzen einerseits und einer offenen Lebenshaltung der (allseitigen) Bereicherung und des Gebens andererseits. Dies so zu sagen und in klaren Beispielen zu veranschaulichen, zieht eine Linie mitten durch das Publikum; es läßt niemanden kalt; es fordert heraus.
Jemand wie Ashley, der mit dieser offenen Herangehensweise sein Geschäft betreibt — und zum Glück, aber auch verdientermaßen erfolgreich betreibt —, kennt den Unterschied aus eigener Erfahrung. Für mich ist es sehr wichtig, von dieser Art Mensch verstanden zu werden. Wieviele insgesamt so denken und fühlen, wird sich ja noch zeigen.
10. August 2005
Mein neues ZEITGEFÜHL-Uhrenbuch
Das ZEITGEFÜHL-UHRENBUCH ist nun, nach monatelanger intensivster Arbeit, erschienen und kann ab sofort bestellt werden. Welcher Aufwand in diesem Buch steckt, kann wohl keiner ermessen, außer er hätte ähnlich wie ich wochenlang mit Firmen telefoniert, an jedem einzelnen Bild stundenlang probiert und gefeilt, bis es den eigenen Ansprüchen genügt, und Tage, Wochen und Monate geschrieben und geschrieben... Insgesamt vorstellen kann ich mir diese Arbeit nicht mehr; so etwas läßt sich immer nur Stück für Stück bewältigen, ansonsten würde man wohl verzweifeln und alles hinschmeißen. (Solche Momente waren auch oft genug vorgekommen.)
Jedenfalls ist das Resultat ein Buch, das den Bereich hochwertiger mechanischer Armbanduhren in allen wichtigen Aspekten abdeckt. Da ist nicht nur Technik, sondern auch Markenhistorie zu finden, und — was dieses Buch wohl von allen überhaupt ansatzweise vergleichbaren Werken unterscheidet —: ich habe mich auch mit den Verkaufs- und Marketinghintergründen auseinandergesetzt und darüber einiges veröffentlicht, was sonst wohl eher unter vorgehaltender Hand kursiert oder oft genug einfach nur verdrängt wird. Es ging mir darum, neben den Uhren als materiellen Objekten auch all die unterschiedlichen Abläufe und Vorgänge dahinter aufzuzeigen und transparent zu machen: menschliche Schicksale und Erfahrungen, zwischenmenschliche Interaktionen, das Geschäftliche, all die vorkommenden psychologischen Schattierungen.
Außerdem geht es nicht nur um Uhren als Gebrauchs- und Konsumgegenstand, sondern um die Zeit höchstselbst. Mein Stil ist, was solche Themen betrifft, ohnehin komplett anders als geläufig und bekannt. Da werden sich Leser auf einiges gefaßt machen müssen; ohne etliche neue Denk- und Fühlansätze kommen sie dabei jedenfalls nicht weg. Allgemeines, niemand im einzelnen betreffendes Gerede (oder Geschreibe) mochte ich noch nie; hier muß Farbe bekannt werden.
Was bedeutet es, daß es derartige Uhren gibt? Was steckt wirklich dahinter? Was bringt das dem einzelnen? Derartige Fragen, an die in den Printmedien der Kioskwelt kaum oder gar nicht gerührt wird, standen für mich im Mittelpunkt, und die Aufgabe bestand darin, sie gut, ehrlich, genau und klar zu beantworten. Mein Gefühl ist: Das ist mir mit diesem Buch gelungen. Und ich bin froh und stolz darüber. Die Genugtuung, so etwas zustande gebracht zu haben, ist unbezahlbar und durch nichts zu ersetzen.
Nun wird das Buch also in die Welt entlassen und muß sich dort aus eigener Kraft
seinen Weg suchen. Ich lasse es los und wende mich neuen Aufgaben, neuen Herausforderungen zu. Die Erfahrung, etwas so gründlich, vollständig und ganz durchgezogen zu haben, wird mich von nun an begleiten; sie ist bleibend und unzerstörbar. Die Uhren (diese Art Uhren) haben mich wieder einmal außerordentlich bereichert.
9. August 2005
Ingersoll nicht im ZEITGEFÜHL
Eine Lernerfahrung mehr: Den Ingersoll-Beitrag habe ich entfernt, nachdem mir freundlicherweise von Lesern einige Erfahrungsberichte zugeschickt wurden.
Worin die Lernerfahrung genau besteht? Das, was da passiert ist, ist nicht die Philosophie von Wertigkeit, die ich mit meinen Web- und Buchseiten vertrete. Natürlich kostet solche Wertigkeit immer den entsprechenden Preis und es gibt keinen Trick, dem zu entgehen, offenbar auch in China nicht. Das ist, was ich aus dem Fall wieder einmal gelernt habe. Ich will den Besitzern von Ingersoll-Uhren, die zufriedenstellend gehen, nicht die Freude an ihren Uhren schmälern und wünsche ihnen, daß sie (vielleicht nach dem ersten oder zweiten Austauschmodell) Glück haben; davon abgesehen ist es jedenfalls besser, man steigt z.B. bei Jacques Etoile o.ä. ein bzw. leistet sich eine Qualität von Rolex etc. Außerdem gehört der Fachhandel und Konzessionär immer mit dazu, und das Kaufhaus ist und bleibt der ungeeignete Platz. Das hatte ich ja auch immer schon geschrieben, und das Beispiel zeigt es nur noch einmal mehr.
20. Juni 2005
Die Rubrik "Dossier" im ZEITGEFÜHL
Die Idee hinter der Rubrik Dossier ist schlicht und einfach die, daß es Marken und Modelle gibt, über die ich gerne berichte und bei denen ich spüren kann, daß es mir etwas gibt, darüber zu schreiben. Das möchte ich Ihnen dann gerne weitervermitteln, damit Sie sich davon inspirieren lassen können. Die Wandlung, die die Marke Zenith in den letzten 2-3 Jahren vollzogen hat, gehört zu diesen aufschlußreichen und inspirierenden Augenmerken. Deshalb habe ich heute den neuen Zenith-Beitrag verfaßt, den Sie unter besagter Dossier-Rubrik finden können.
Nachdem ich mir heute das aktuelle Chronos-Heft gekauft habe und darin ziemlich ausgiebig geschmökert habe, fällt mir in diesem Zusammenhang etwas auf: Berichte wie den sehr persönlich geschriebenen über Zenith werden Sie in solchen Magazinen kaum finden — aus mehreren Gründen. Einmal, weil derartig "Subjektives" dort eher unerwünscht ist, vor allem, wenn es mit Gefühlen und Empfindungen in Verbindung steht; zweitens — und diesen Punkt finde ich sehr wichtig —, weil Marken und ihre Produktphilosophie nicht gegeneinander konstrastiert werden (und das hat wiederum mehrere Ursachen, die auch mit geschäftlichen Interessen zu tun haben). So kommt dann bei solchen Print-Publikationen oft ein merkwürdig neutrales Gemisch dabei heraus, bei dem nicht klar ausgesprochen wird, wo eine Entwicklung lobenswert und vorbildlich ist, oder wo sie zu einer Degeneration führt. Ausgesprochen banale Uhrenkreationen erscheinen gleichwertig neben hochinteressanten Modellen. Nun könnte man sagen, der Leser solle am besten selbst entscheiden, was ihm interessant und wichtig vorkommt. Auf der anderen Seite besteht aber immer eine grundsätzliche Einflußnahme durch die Art der Präsentation von Firmen und ihren Produkten. Diese vorgebliche "Neutralität" ist überhaupt keine — das merkt jeder, der einmal etwas genauer hinschaut. Was jedenfalls nicht oder fast gar nicht geschieht, das ist ein Herausarbeiten der spezifischen Verdienste und Errungenschaften solcher Firmen, die Wesentliches und Wichtiges leisten und die damit auch die gesamte Branche befruchten und inspirieren.
Wenn aber auf das, was echte Qualität ausmacht, nicht genügend klar hingewiesen wird, sondern wenn das immer in einem regelrechten Einerlei und Kraut-und-Rüben-Durcheinander von Konsumangeboten untergeht, so geschieht eben doch nicht wirkliche Information, sondern Verwischung und Nivellierung. Auf einmal steht ein Uhrenklassiker mit jahrzehntelanger Erfolgsgeschichte scheinbar äquivalent neben einer banalen Neuerscheinung, die nach einigen Monaten vergessen ist und vom Markt oft genug (und völlig verdientermaßen) ignoriert wird. Oder eine qualitativ hochwertige Neuerscheinung oder Neuerfindung wird neben vielen anderen Durchschnittsprodukten glatt- und untergebügelt. Einfach weil man nicht den Mut aufbringt, klar zu sagen, was hier anders ist, und eben auch persönlich für diese Erkenntnis einzustehen.
Diese ängstliche, man könnte auch sagen kastrierte Verhaltensweise ist Kennzeichen vieler Dinge und Handlungen in diesen Tagen. Entsprechend grau und eintönig und uninspiriert wirkt dann, was einem in der Öffentlichkeit begegnet. Wirklich schade! Ich glaube nicht, daß man gleich Gefahr liefe, seinen Beruf zu verlieren, nur weil man deutlicher Stellung bezöge und seinen eigenen Empfindungen klarer Ausdrück verleihen würde. Diese Angst, dieses Graue-Maus-Verhalten liegt zur Zeit wohl allgemein in der Luft, und viele passen sich daran an, ohne sich dessen überhaupt gewahr zu sein.
7. Juni 2005
Die Marke Xemex
Über die Marke Xemex, die im neuen Buch ausführlich besprochen wird, lohnt es sich weiter zu berichten. Es handelt sich, wie mehrfach betont, eben nicht um den heute üblichen Schund der Moderne (damit meine ich das, was an der mittlerweile sattsam gewohnten Seelenlosigkeit und Uninspiriertheit krankt), sondern um Uhren, die die Kraft und Autorität besitzen, als zeitlos-moderne Klassiker für sich selbst zu stehen — mechanische Uhren wohlgemerkt.
Dieser Marke und ihren Uhren, sowie ihrem Gestalter Ruedi Külling wünsche ich, daß sie die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdienen — und während wohl einige andere "moderne" Marken inzwischen das Handtuch geworfen haben, scheint sich hier die Beharrlichkeit auszuzahlen, mit der auf der eingeschlagenen Linie fortgefahren wird, so daß inzwischen (auch international) die Früchte geerntet werden können, die man sich verdient hat.
Damit meine ich nicht nur die üblichen Design-Preise und lobenden Erwähnungen. Das kam alles sehr früh und schnell, kurz nach Lancierung der ersten Modelle. Das ist jener Effekt der Neuheit, von dem unsere heutige Zeit geradezu besessen ist. Alles, was neu ist und die in Lethargie und Überfluß versunkenen Menschen des Konsums und der kurzfristigen Unterhaltung für Momente aus ihrer überdrüssigen Langeweile lockt, wird zuerst mit Beifall bedacht, um sofort danach dem nächsten grellen und schicken Reiz weichen zu müssen. Was dann nicht mehr als "neu" gilt, ist schon so gut wie tot. Umso gefährlicher muß das für Produkte sein, die eben gerade nach "modernen" Gestaltungsprinzipien konzipiert sind.
Aber ist es nicht interessant? Die Schrift Futura, die in mehrerlei Aspekten mit diesen Uhren verwandt ist, stammt aus den frühen 20er Jahren und müßte eigentlich schon längst wieder "out" sein. Ist sie aber nicht. Sie wirkt heute genau so "modern" wie damals. Eben weil sie zeitlos ist — sie ist zeitlose Moderne. Man kann sie nicht mehr verbessern. Und sie ist auf ihre Weise genau so gehaltvoll und aussagestark wie klassische Schriften. Sie ist gleichwertig, und gleich bedeutungsvoll und wichtig.
Genau deshalb müssen Uhren wie die von Xemex weiterhin beachtet werden, und übrigens auch: gekauft werden. Sie geben unserer Zeit das, was klassische Produkte vor 100 oder 200 Jahren ihrer Zeit gegeben haben: sie geben ihr Sinn und Wert und Bedeutung. Sie helfen uns, das Echte in unserer eigenen Zeit zu finden und zu empfinden. Und das tut dieser heutigen Zeit bitter not.
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